Den Wettbewerb belebt man indem man die Schwächsten stärkt

https://de.wikipedia.org/wiki/NFL_Draft

1936 sah ein gewisser Bert Bell das Überleben der NFL Football-Liga in Gefahr, da drei Teams dominierten und der Rest keine Chance hatte. Verstärkt wurde diese Tendenz dadurch, dass talentierte College-Spieler natürlich lieber zu den erfolgreichen Teams gingen. Als Konsequenz wurde der NFL-Draft eingeführt, ein System bei dem das schlechteste Team der letzten Saison zuerst einen College-Spieler auswählen darf und das beste zuletzt.

Was können wir, politisch gesehen, daraus lernen? Als allererstes zeigt es was dabei herauskommt wenn man offenbar ganz pragmatisch, undogmatisch und unideologisch an das Thema Wettbewerb herangeht. Die Verantwortlichen damals haben gemerkt, dass der Wettbewerb kaputt geht weil es 3 quasi „Monopolisten“ gibt. Ohne Wettbewerb macht eine Football-Liga aber keinen Sinn. Die Konsequenz ist einfach und radikal: Die schwächeren Teams werden, im Verhältnis zu den stärkeren Teams, gestärkt. Punkt.

Was wäre wohl geschehen wenn damals keine undogmatischen Ligafunktionäre sondern ideologisch vorbelastete Politiker die Verantwortung für die Liga gehabt hätten? Wenn es deutsche Politiker gewesen wären hätten sie wohl gesagt: „Wir sanktionieren die Schwachen wenn sie sich nicht bemühen und fördern sie indem wir eine Agentur einrichten bei der sie beantragen können Kurse für besseres Training zu besuchen und bestraft werden wenn sie zu spät zu den Kursen erscheinen…“ usw. usw. Andere Politiker hätten vielleicht gesagt: „Wir stärken die Starken noch mehr, denn sie verdienen es und die starken Teams werden die ganze Liga retten!“. Aber da dort offenbar keine Politiker saßen sondern Pragmatiker denen einfach nur das Erreichen des Ziels „mehr Wettbewerb“ wichtig war, wendeten sie einfach die naheliegendste Methode an: Die Schwachen werden gestärkt. Obwohl sie es eigentlich gar nicht verdienen, denn sie haben ja schlecht gespielt.

In der Wirtschaft ist es heute so ähnlich, nur noch dramatischer. Ein kleiner Prozentsatz besitzt fast alles Vermögen und bestimmt so was in der Wirtschaft passiert. Das ist kein Wettbewerb. Aber viele, um es mal vorsichtig zu sagen, sind der Meinung, dass Wettbewerb das wichtigste ist um unsere Art der Wirtschaft, die keine Planwirtschaft ist, in Gang zu halten. Der Wettbewerb sorgt dafür, dass genug Produkte hergestellt werden die jeder bezahlen kann. Aber dieser Wettbewerb kommt, nicht nur laut EZB, ins Stocken. Ein Grund dafür, vielleicht sogar der einzige, ist die quasi Monopolstellung der Reichen. Das Geld, das Vermögen, das Kapital ist bei einigen wenigen. Ein wirklicher Wettbewerb wo alle mitmischen findet nicht statt.

Die einfachste und naheliegendste Art diesen Missstand zu beheben ist nicht wenn man die Reichen stärkt oder komplizierte Förder- und Sanktionsprogramme startet. Die effektivste Methode um in der heutigen Ausgangssituation Wettbewerb zu schaffen ist: Die Schwachen im Verhältnis zu den Starken stärken. Heißt: Die Armen im Verhältnis zu den Reichen reicher zu machen. Ich sage bewusst „im Verhältnis“. Denn dies muss nicht heißen, dass man den Reichen etwas wegnimmt. Es geht zum Beispiel auch indem man mittels „Helikoptergeld“ Geld an alle verteilt. Die Armen profitieren am meisten davon.

Und das wars auch schon was ich euch heute sagen wollte.

PS: Und allen die jetzt sagen, dass es keine Umverteilung gibt wenn jeder gleichviel bekommt, denen kann ich auch nicht mehr helfen. Obwohl, ein Mathematik- und/oder ein Logikkurs wäre vielleicht ganz sinnvoll.

nfl_draft

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