Strategie Camp

Bericht vom Barcamp-Strategie Leipzig (für den Piraten-SH Vorstand und alle Interessierten)

Es fällt schwer 2 Tage inhaltliche Diskussion zusammenzufassen. Die Aufnahmen des Streamings vom Hauptraum sind bei Youtube einsehbar (Nach „Barcamp“, „Strategie“,  suchen: http://www.youtube.com/results?search_query=barcamp+strategie&oq=barcamp+strategie&gs_l=youtube.3…822.4253.0.4473.17.16.0.1.1.0.178.1119.12j4.16.0…0.0…1ac.1.VzSxdGWw9Js ). Eine mündliche Zusammenfassung habe ich einer zufällig anwesenden Runde bereits am Montagabend nach dem Wochenende im Mumble gegeben, darunter auch einige Piraten aus dem Landesvorstand.

Wichtig speziell für Schleswig Holstein erscheint mir vor allem das, was in einer kleinen Sitzung mit Sebastian Nerz, Matthias Schrade und einigen Koordinatoren und interessierten Piraten besprochen wurde. Dort wurde, neben der allgemeinen Aussage, dass Koordination wichtig ist, thematisiert, dass die Kommunikation zwischen dem „Bund“ und vielen Landesverbänden, verbessert werden muss. So wurde angedeutet, dass es für jeden Landesverband eine „Kontaktperson“ oder ähnliches geben müsste, die jeweils die Aufgabe hat den Austausch zwischen Landesverband und „Bund“ im Wahlkampf zu koordinieren. Es wurden einige Landesverbände erwähnt mit denen die Kommunikation offenbar gut klappt. Schleswig Holstein war dort nicht dabei. Stefan Hansen von der Projektgruppe Bundestagswahlen berichtete, dass geplant ist, dass die Projektgruppe die nördlichen Bundesländer besucht um Gespräche zu führen und allgemeine Fragen zu klären. Matthias Schrade äußerte wiederholt die Meinung, dass es generell wichtig ist, dass ein EINE verantwortliche Person für bestimmte Bereiche, also auch Koordination, gibt. Ich selbst äußerte die Befürchtung, dass EINE verantwortliche person zu riskant ist (einen Flaschenhals darstellen kann). Was geschieht wenn diese Person wegfällt oder ihrere Aufgabe nicht gewachsen ist? Ich bezog mich da auch auf vorgetragene Erfahrungen aus Niedersachsen, wo ganz offensichtlich ähnliches passierte. Als Lösung wurde vorgeschlagen, dass sich die verantwortliche Person Helfer sucht, die aber im Hintergrund bleiben damit „Verantwortlichkeiten“ klar geregelt sind.

Weitere Zusammenfassung (subjektive Schwerpunkte):

Es fiel mir generell auf, dass der Name Schleswig Holstein, vor allem am ersten Tag, so gut wie nicht fiel. Als am ersten Tag die Berichte aus den Landtagswahlkämpfen vorgetragen wurden, wurde mit keinem Wort auf die Wahl in SH von 2012 eingegangen (Meine Erinnerung). Ich selbst beteiligte mich nicht an diesem Erfahrungsbericht, da wir dies im Landesverband nicht abgesprochen hatten. Einige Eindrücke: Auffällig war, dass in keinem Wahlkampf der Landesvorstand mit der Organisation oder Gestaltung des Wahlkampfes beschäftigt war. Diese Arbeiten wurden immer ausgelagert. „Der Vorstand hat genug mit dem Tagesgeschäft zu tun“ war eine Aussage.

Als in einer Session das Thema „Einbinden der Fraktionen“ aufkam, stellte ich die groben Züge unseres angedachten „PIRATEN wirken!“ Konzeptes vor. Die Meinungen waren positiv aber es wurden auch einige kritische Stimmen laut die sagten: „Es interessiert leider keinen Menschen was Fraktionen in Parlamenten für Arbeit leisten. Wahlen werden durch Emotionen entschieden.“

Die Wichtigkeit der Wahlprüfsteine wurde betont. Hier wurde durch Martin Delius ein Konzept vorgestellt, mit dem die Basis durch Arbeit in Pads und LQFB an der Beantwortung dieser Prüfsteine beteiligt werden kann.

Zum Thema Pressearbeit gab es verschiedene Ansätze. Ein Referent, der seinen Vortrag allerdings wegen Zeitmangels bereits Donnerstag im Mumble hielt, betonte, dass die überwältigende Mehrheit normaler Pressemitteilungen „für den Papierkorb“ sind. Sinngemäß hieß es: „Was die Piraten wollen oder meinen interessiert niemanden!“. Besser wäre es zum Beispiel Aktionen zu machen, bei denen „die Presse“ persönlich erscheint und dadurch quasi berichten MUSS, weil sonst ein Journalist sinnlose Arbeitszeit vergeudet hätte.

Es wurden durch die Vortragenden viele mögliche Strategien für die Bundestagswahlkampagne skizziert. Die Diskussionen darüber verliefen aber oft in sehr allgemeine Debatten, weshalb nach dem Wochenende ein unklares Bild blieb. Sebastian Nerz bat darum weitere Vorschläge per Email an ihn einzureichen. Ich persönlich vermute, dass die endgültige Strategie nun im geplanten Strategieteam (Beauftragungen) geplant wird.

Im Folgenden die Stichpunkte, die ich während einiger Sessions gesammelt hab:

Sonntag:
Wahlprüfsteine (Martin Delius)
Wenn man sie beantwortet haben sie MULTIPLIKATORENWIRKUNG!

Am besten: 1 Beauftragter, der sich Helfer sucht.
Wenn man Wahlprüfsteine annimmt, MUSS man sie ausfüllen!

Drübergucken, möglichst viele! (Anmerkung aus dem Saal: Feste Teams sollten aber unter 10 Personen sein  z.B. 7)

Viele Wahlprüfsteine kommen erst kurz vor der Wahl. (Dann aber umfangreich)

Wichtig, dass so ein Team bzw. die Verantwortlichen FEST im Wahlprogramm sind oder Meinungsbilder einholen. Verantwortliche, die am besten die Programmpunkte selbst geschrieben haben.

Erst wenn wir keine Antworten gefunden haben haben wir LQFB beantwortet. Delius: LQFB braucht man! (unterschiedliche AGs, unterschiedliche Meinungen.)  Lieber LQFB Mehrheit, als gar keine Meinung (auch wenn es nicht im Programm steht). Möglichst alles beantworten!

Antworten auf Wahlprüfsteine auch wichtig für zukünftige Abgeordnetenarbeit.

Auch die Art wie wir Fragen beantworten kann Wahlempfehlungen geben. („Die arbeiten in Pads… cool, wir sehen wie unsere Fragen beantwortet werden…“)

Es darf kein Quatsch drinstehen.

Sebastian Nerz (Mögliche Kampagnen)

Nerz:

5% Ziel: Man kann offensiver sein, radikaler sein
15% Ziel: Man muss breiter, ausgewogener sein.

Wir sollten einen Satz finden :
„Piraten sind…“

Wie wollen wir mit anderen Parteien umgehen?
Sind wir Mitbewerber oder Antipartei?
Sollen wir sagen „Ihr habt keine Ahnung!“? (Antipartei)  oder „Ok, wir wollen mit euch zusammenarbeiten.“ (eine Partei von vielen)

Was sind die Piraten?

Konkreter:
Sind wir eine Struktur- oder Programmpartei
Struktur: Wie wird Politik gemacht? (setzt auf Protestwähler. riskant.)
Programm: WAS wird gemacht? (BGE, Urheberrecht…etc.)
Wenn es aktuell wichtige Themen gibt (Finanzkrise etc.) dann haben es Protestparteien schwierig.
Wer aber Inhalte darstellen will, darf sich nicht ständig streiten. Problem mit unseren Strukturen. Andere Parteien hatten viel mehr Zeit zu zeigen dass sie kompetent sind.

Ist unser Wahlkampf sachlich? oder emotional (Obama war emotional…) ?oder hybrid?
agressiv oder „Piraten sind alternativlos“?

Themen? Köpfe? Wie wollen wir repräsentiert werden?

Selbstbewusst oder angepasst? ängstlich aber beisst uns nicht? oder agressiv „Ihr seid alle sch…“

Wie gewinnt man Wahlen? „Wer überholen will, der muss in seine eigene Spur wechseln. Wie beim Skilanglauf…“. “ Wer hinterherfahren will kann nicht überholen.“

Identität: „Unsere Gesellschaft verändert sich“ !!!!!!!!!!!!!!!

„Wandel muss Politikwandel folgen“
starke Nationalstaaten hat man nicht mehr.
Arbeitsbegriff aus dem 19. Jahrundert (SPD) (Industrialisierung) ist vorherrschend, aber Arbeit wird virtualisiert etc.
Sozialstaat der auf diesem veralteten Arbeitsbegriff aufbaut.

Gesellschafts und Staatsbild entwickeln. Menschenbild im Hintergrund. Forderungen unter einem gemeinschaftlichen Schirm. „Mündiger emanzipierter Mensch, Entscheidungsfreiheit“. (Kernaussage von Sebastian: Piraten sie die Partei der gesellschaftlichen Freiheit / Entscheidungsfreiheit)

CDU: Staatsbild: Mengenstaatsbild (Staat passt auf die Bürger auf). Nein, mach dies nicht.
Grüne: Staat der Bürgern sagt was gut ist (Muss Bahn fahren statt Auto etc.)
SPD: alter Arbeitsbegriff. Mischt sich in Verträge ein etc. (Müssen die Schwachen beschützen…)
Linke: Ähnlich wie SPD, stärker
FDP: Freiheit, aber vor allem wirtschaftliche Freiheit

Piraten: Ein Mensch kann sich frei entscheiden.

Wann kann ein Mensch frei sein? zB wenn er mitbestimmt.  Transparenz, Bildung (BGE Alleinstellungsmerkmal)

„Freiheit“ zu sagen reicht nicht aus.

Ableiten!!!!  Können wir bei konkreten Fragen auf diesen Freiheitsbegriff ableiten.

Sachlich in einem emotionalen Thema

Ziel: Bundestagseinzug

Themenorientiert statt Regierung oder Opposition?

Themenorientiert!!!

Piraten: Ein Mensch kann sich frei entscheiden. (Gesellschaftliche Freiheit)

Frage steht im Raum: Struktur- (Prozess-) oder Programmpartei?

Wortmeldung: „Wir sind ein großes Experiment“

Frage am Infostand: „Was wollen Sie konkret?“

Wortmeldung: „Partei ist eine Wertegemeinschaft“… „Wir können keine Überpartei sein“. „Struktur verändern ist Teil unseres Programm“.

Fred: „Für den Wähler ist interessant, was die Piraten konkret thematisch wollen“.

Persönliche Gedanken: Die Piraten entwickeln neue Formen der Bürgerbeteiligung und setzen sie um.
(Struktur der Gesellschaft und Politik)
In Berlin, SH und Saarland plakatiert

Themenwahlkampf, EIn von vielen Thema: „Struktur von Politik / Bürgerbeteiligung“

Nerz: Schritt zurückgehen:

Aus welchem Bild heraus sagen wir, dass „diese Themen“ und „diese Struktur der Politik“ wichtig ist? Wir müssen aus unserem Freiheitsbegriff sowohl unsere Themen als auch die Struktur der Politik (Mitbestimmung, Transparenz etc.) ableiten.

Vortrag Daniel Domscheidt Berg:

Man braucht mehrstufiges Programm.

Er selbst macht ständig und überall Vorträge über Politik um herauszufinden, wie die Leute darüber denken.

Man muss Deutschland auf die Piraten, bzw. auf unsere Themen vorbereiten… bevor der wahlkampf losgeht

Vorträge etc.

Eigene Anmerkungen:
sympathischer Gedanke. Guerilla Wahlkampf… Abgesandte vorschicken und die „Einheimischen“ vor den Piraten warnen…

 Aber: Die Piraten kennt man ja schon, aber sie wurden oberflächlich gewählt, ohne dass sie wussten was die Piraten genau wollen.
Man kann sie höchstens auf ihre Themen vorbereiten.

Daniel:
Nicht nur reagieren.
Aktiv eigene Sachen darstellen.

Vortrag SG Statistik:

Warum haben die Leute Piraten nicht gewählt?

Erhebung:

PEST Analyse…

INPUT gebraucht:
Kreativer Part.
Was gilt es herauszufinden?

https://sgstatistik.piratenpad.de/BC-Leipzig-2013-02-02?

Ergebnisse SWOT:
http://janhemme.tumblr.com/post/42097641500/zwischenergebnisse-des-von-mir-beim-strategiecamp

Vorstellung NEUSTART:

Politischer Gegner nimmt uns ernster.
Medien nehmen uns ernst.
Wähler sah in uns Kraft der Erneuerung. Erwartet, dass wir „liefern“.

Wenn man Leuten reinen Wein einschenkt, dann ist das gut.
Nicht in Ego-Eitelkeiten verlieren.

Rationale Seite:
Niemand wird an uns vorbeikommen. ( Wir sind noch Jahre In 4 Parlamenten)
Emotionale Seite (Emotionale Abwärtsspirale nach dem Hype)

Wir geben auch kein gutes Bild ab.
Erst Twittern, dann denken??

Wir brauchen einen Neustart…

Eigene Anmerkungen: Die Berliner machen das.

Eigenes FAZIT des ersten Tages: Wenn wir in SH keine gemeinsame „Macht“ sind, sind wir nichts gegen die Berliner.  Auffällig: Neustart Konzept ganz offensichtlich von introvertierten kreativen erdacht, von extrovertierten Politikmenschen mitgetragen und gemeinsam in breiter Front vorgetragen. In SH bekämpfen sich die unterschiedlichen Charaktere, deshalb kann man so eine gemeinsame Front hier nicht aufbauen.

Stichpunkte vom Donnerstag (Mumble)
Donnerstag:
Programmatische PM interessieren keine Sau.
Es muss etwas spektakuläres sein. (Events etc.)
Dass wir für XY sind interessiert niemanden.

http://de.slideshare.net/EnergyCamp/1212-pp-konzeption

Wenn die Journalisten hinkommen hat man gewonnen! Weil:
Sonst wäre er umsonst hingekommen und er hätte Arbeitszeit vergeudet.
Auf jeden Fall irgendwas machen wo die Journalisten auf jeden Fall kommen.
Weil wenn sie erstmal da sind, dann „müssen“ sie berichten.

Krisen PR (Wenn das Gate passiert ist)
1. Methode: Shitstorms auf Twitter… („und dann wird alles gut“?)
2. Methode: Prüfen (Ist das wirklich so passiert? Die Person fragen ob es wirklich so war!), Intern kommunizieren, Extern kommunizieren, Entschuldigen (!!) (Ja, das war eine unglückliche Äußerung von mir, ich habe viele Leute verletzt… es tut mir Leid) Dann kann der politische Gegner nicht mehr weiter bashen. (Einwand: Es ist nicht immer mit einer Entschuldigung getan) (Aber: Stell dir vor die Entschuldigung kommt nicht rechtzeitig)

Bedenken, dass alle „Piraten kleine Pressesprecher sind“. Sich der Verantwortung bewusst sein. (Popcornpiraten?)

Budget:
-So kleinteilig wie möglich planen
-Verschiedene Angebote (rechtzeitig) einholen
-Schriftlich vereinbaren

Zeitplan
Großzügig planen!
Mehr als rechtzeitig, ruhig über Monate vorher. Lieber doppelt so lange vorher als in Hektik. Januar, Februar, März gleichmäßig statt alles im März

Protokolle… WER macht WAS bis WANN?

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ein Kommentar

  1. Danke dir!

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