Die Geldelite der Piraten trifft sich in Bochum

Im folgenden Artikel versuche ich nicht persönliche „Schicksale“ thematisieren, sondern einen Blick aufs ganze zu werfen.

90 Euro für Bahnfahrt hin und zurück, 2 mal 50 Euro für Hotelzimmer, so scheinen sich die „normalen“ Reisekosten, für einen gutverdienenden Piraten, der nach Bochum zum Bundesparteitag 2012.2 fährt, zusammenzusetzen.Mit Verpflegung und sonstigen Kleinigkeiten kostet so ein Parteitag wohl ca. 250 Euro. Zumindest wenn man es sich einigermaßen gut gehen lassen will.

Für Leute mit weniger Geld heißt die Devise: Rumfragen und rumbetteln: „Wer hat einen freien Platz im Auto?“, „Wer hat einen günstigen Schlafplatz?“, „Wo kann ich mich mit meinem Schlafsack hinlegen?“ usw. Klingt auf jeden Fall nicht nach einem bequemen Wochenendausflug. Aber ok, man ist halt Pirat…

Trotzdem: Viele Piraten fahren nicht zum Bundesparteitag weil sie schlicht und einfach nicht das Geld dafür haben. Ok, man kann per Stream live am Computer dabei sein, aber Mitreden und Mitabstimmen und GO- und TO- Anträge stellen ist nicht.

Kurz: Bei den Piraten bestimmt der Geldbeutel mit ob man mitbestimmen kann.

In Bochum gibt es, trotz Ausgaben von insgesamt ca. 70.000 Euro, nicht mal eine Halle wo sich alle ohne Hotelzimmer und ohne Couch-surf-Platz mit Schlafsack hinlegen können.

Persönlich besonders erschreckend empfinde ich, dass einige Piraten den jetzigen Programmparteitag zwar für einen ausführlich und gutbezahlten Kurzurlaub und „Piraten-Sozialising“ nutzen, aber so gut wie keinen Antrag gelesen haben, aber gut, dazu kann man keinen zwingen.

Der Parteitag ist zur Zeit das einzige Gremium, in dem die Basis wirksam Entscheidungen treffen kann. Man sollte sich wirklich dringend überlegen ob man BPT Ausschreibungen nur akzeptiert wenn genug kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind. Alternativ kann man dezentrale Parteitage oder ständige (online) Mitgliederversammlungen durchdenken.

Auf jeden Fall kann es nicht sein, dass bei den Piraten im Endeffekt der Geldbeutel entscheidet ob man mitreden und mitbestimmen darf oder nicht.

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